Die Umwelt AG wird im Schuljahr 18/19 fortgeführt

Die Umwelt AG richtet sich an alle Schüler/innen der Klassen 1 bis 6. Dieses Jahr startet das Angebot am 11. Oktober. Wir treffen uns zukünftig jeden Donnerstag gegen 14:15 Uhr vor dem Sekretariat.

Im Sinne des Umweltschutzes engagieren wir uns an unserer eigenen Schule beispielsweise für geringeren Stromverbrauch oder Mülltrennung. Wenn wir uns mit den Themen wie Strom, eigene Bedürfnisse, Müll etc. beschäftigen, erschließen wir uns die Inhalte am liebsten über Experimente. Wir mikroskopieren auch, erstellen eigene Filme und rechnen auch mal gerne nach. Auch kreative Bastler oder Hobbyköche kommen nicht zu kurz.

So beginnen wir dieses Jahr mit dem Thema Müll:
Was ist das in meinem Alltag? oder Ist das schon Müll oder sollte das noch nicht weg?
Unterstützt werden wir dabei von engagierten Studierenden der Universität Potsdam.

Das nachfolgend geschilderte Projekt ist von den Studentinnen geplant und realisiert worden. In einer ersten Veranstaltung haben wir Smoothies aus gespendeten Lebensmitteln erstellt.

Projekt: Smoothie-Erstellung, Resteverwertung und weitere Zusammenhänge

1. Lebensmittelverschwendung und Smoothies

Pro Jahr werden in Deutschland etwa Elf Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen (vgl. Bundeszentrum für Ernährung). Allein 4,4 Milliarden Tonnen landen in Privathaushalten in der Mülltonne (vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft). Eine Zahl so groß, dass wir sie uns fast gar nicht mehr vorstellen können. Vor allem aber eine Zahl, die enorme ökologische Konsequenzen mit sich zieht. Dabei ließe sich ein Großteil der Lebensmittelabfälle vermeiden.

In Kooperation mit Foodsharing haben wir Lebensmittel gestellt bekommen, die normaler Weise in dem Müll gelandet wären. Diese haben wir mit dem aufmerksamen Einsatz all unserer Sinne auf ihre Genießbarkeit getestet. Außerdem haben wir an den Lebensmitteln den Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und dem Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis…“) herausgefunden. Die Tabelle „Wie lange können Lebensmittel über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verzehrt werden?“ von der TAFEL hat uns einen zusätzlichen Überblick über eine Bandbreite an Lebensmitteln gegeben.

Doch was macht man nun mit den Mengen an Obst und Gemüse? Ist doch klar: Smoothies gehen schnell, machen Spaß und sind dazu noch gesund. Mit den geretteten Lebensmitteln wurde wild herumexperimentiert und es sind äußerst interessante Kreationen entstanden. Unser Fazit: Das gehört doch nicht in die Tonne!

Quellen:
Bundeszentrum für Ernährung (2018): Lebensmittelverschwendung. URL: https://www.bzfe.de/inhalt/lebensmittelverschwendung-1868.html [6.12.18].
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2018): Wie viel werfen wir weg?. URL: https://www.zugutfuerdietonne.de/warum-werfen-wir-lebensmittel-weg/wie-viel-werfen-wir-weg/ [6.12.18].

Bildquelle: https://www.tafel.de/themen/nachhaltigkeit/mhd/ [6.12.18].

2. Fermentation

Mit dem Geschmack der Smoothies auf der Zunge stellten wir uns die Frage: Woher kommen eigentlich all diese Köstlichkeiten und warum ist das wichtig?

Zuhause haben die Kinder mal genauer hingeschaut; eine Paprika kam aus Spanien und eine Mango aus Indien. Auf einer Weltkarte haben wir diese und weitere Länder gefunden und festgestellt, dass sie erst über mehrere Kilometer nach Deutschland transportiert werden müssen.
Wenn für den Transport weite Strecken zurück gelegt werden, trägt u.a. der Verbrauch von Treibstoffen zu einer hohen Freisetzung von CO2 bei. Allerdings hängt die Emission zusätzlich von der Art des Transports (z.B. Flugzeug, Bahn oder Schiff) sowie der Lagerung ab. Daher ist nicht immer das Obst, was am weitesten weg geerntet wurde, dasjenige, das am meisten CO2-Freisetzung verursacht hat. Denn durch die Lagerung und Kühlung von regionalen Produkten können diese die CO2-Werte von effizient transportierten Lebensmitteln teilweise übertreffen. (vgl. WWF, 13)

Als Verbraucher können wir also vor allem darauf achten, dass wir regionales UND saisonales Obst und Gemüse konsumieren. Aber im Supermarkt gibt es doch zu nahezu jeder Zeit alle gewünschten Lebensmittel frisch präsentiert im Regal. Woher wissen wir denn nun, was gerade erst beim Bauern um die Ecke auf dem Feld geerntet wurde? Der Saisonkalender hat uns hier weitergeholfen und wir konnten schauen, welche Lebensmittel frisch geerntet wurden. Das sind für den November z.B. Möhren, Weißkohl und Rotkohl.

Doch was kann man mit diesen Lebensmitteln anstellen, wenn man es nun mal nicht schafft alles zu verzehren oder auch einfach später noch etwas davon genießen möchte. Klar, einfrieren ist eine Möglichkeit des Haltbarmachens. Aber dafür wird ja wieder Energie benötigt und CO2 freigesetzt und genau das wollen wir vermeiden. Also probieten wir es mal so zu machen wie unsere Ur-Omas und Ur-Opas. Wir schnippelten und matschten und wagten uns an die Kunst der Fermentation.

Quelle: WWF (2012): Klimawandel auf dem Teller. URL: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimawandel_auf_dem_Teller.pdf [6.12.18].

Bildquelle: https://utopia.de/app/uploads/2017/02/saisonkalender-utopia-download-A4-cpb-180522.pdf [6.12.18].

3. Virtuelles Wasser

Und wenn wir schon einmal beim Essen sind und wir dieses auf unserem Teller liegen sehen und jetzt merken, was da alles hinter steckt, was diese unscheinbare aber doch so wohl geformte, aromatisch duftende und knallig glänzende Tomate an freigesetztem CO2 und zurückgelegtem Weg schon hinter sich hat, dann sehen wir sie schon jetzt mit anderen Augen.

Doch eh wir uns versehen, machen wir dann auch genau hier mit dem Wasser weiter. Klar, in so einer Tomate, da ist ordentlich was an Wasser drin – sieht man ja. Hier geht es aber nicht um das Wasser, das wir auf den ersten Blick erkennen können. In unserer Tomate steckt auch einiges an sogenanntem virtuellem Wasser.
Das virtuelle Wasser gibt an, wie viel Wasser nötig ist, um ein Produkt (z.B. eine Tomate) herzustellen. Bei einem Kilo Tomaten kann das 40 Liter Wasser sein. (vgl. Lebensmittellexikon) Damit wir uns das besser vorstellen konnten, haben wir ein Kilo Tomaten abgewogen und mit einem Messbecher 40 Liter Wasser in eine Wanne geschüttet. Das ist schon eine riesige Menge. Aber im Vergleich zu einem Kilo Rindfleisch noch ganz schön wenig, denn da sind es 15.455 Liter pro Kg (vgl. Lebensmittellexikon).
Aber wie kommt denn bei dem Gemüse das ganze virtuelle Wasser zustande? Ein Faktor, der hier eine wichtige Rolle spielt, ist das Gießen der Pflanzen. Damit wir uns das besser vorstellen konnten, haben wir das mal selber getestet. In einem Glas haben wir Kresse ausgesät und eine Woche lang aufgeschrieben, mit wie viel Wasser wir diese gegossen haben.

Quelle: Lebensmittellexikon: Virtuelles Wasser in Lebensmitteln. URL: https://www.lebensmittellexikon.de/v0001020.php [6.12.18].

4. Mülltrennung

Mit dem erweiterten Bewusstsein für unsere Lebensmittel haben wir noch einmal mehr realisiert, dass diese bei weitem zu schade sind zum Wegwerfen. Was wir aber auch gemerkt haben, ist, dass unglaublich viele Lebensmittel zusätzlich verpackt sind. Da kommt einiges an Müll zusammen. Aber nicht nur die Verpackung der Lebensmittel produziert Müll. Im Haushalt kommt jeden Tag einiges zusammen. Die beste Variante ist natürlich, bereits beim Einkaufen auf überflüssige Verpackungen zu verzichten. Wenn dann aber doch das Eine oder Andere nicht mehr zu gebrauchen ist, sollte es möglicher Weise in der richtigen Tonne landen, damit die Materialien wiederverwertet werden können.
Das haben wir mal direkt mit selbst gesammeltem Müll ausprobiert. Die Übersichtstabelle der BSR hat uns dabei gut weitergeholfen, wobei wir uns bei den Batterien für keine der regulären Mülltonnen entschieden haben. Aufgrund von Schwermetallen und weiteren umweltschädlichen Stoffen gehören diese auf den Recyclinghof (vgl. BSR).

Quelle: BSR (2018): Batterien. URL: https://www.bsr.de/abfall-abc-20563.php [7.12.18].
Bildquelle: https://www.bsr.de/broschuren-12933.php [7.12.18].

5. Biogasanlage

Unsere bis oben hin gefüllten Abfalleimer in Erinnerung, haben wir uns gefragt was denn nun mit all dem getrennten Müll passiert. Hierfür haben wir uns vor allem die Biogut-Tonne genauer angeschaut.

Um den hohen Energiebedarf unserer Gesellschaft zu decken, kann ein Teil der benötigten Energie durch die Nutzung von Biogas erzeugt werden (vgl. BSR, 5). Dieses wiederum kann unter anderem aus unseren organischen Abfällen gewonnen werden. Was in den Biogasanlagen im großen Stil durchgeführt wird, wollten wir uns mal genauer und im Kleinen anschauen und selber ausprobieren.
Hierfür konnten wir direkt unsere eigenen Bioabfälle verwenden. Diese haben wir nach und nach in eine Glasflasche gegeben und mit zusätzlicher Walderde für die nötigen Biogas produzierenden Bakterien gesorgt. Das anschließende Hinzufügen von Gemüsebrühe hat unseren Bakterien die notwendigen Spurenelemente und Salze geliefert. (vgl. BSR, 9) Aufgefüllt wurde das Ganze mit Wasser. Der Luftballon, mit dem wir die Flasche luftdicht verschlossen haben war dazu da, um uns die Gasproduktion nach einigen Tagen sichtbar zu machen.

Quelle: BSR (2016): Experiment zur Biogaserzeugung. URL: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&ved=2ahUKEwiN0cOF243fAhUKL1AKHfflBwsQFjACegQICBAC&url=https%3A%2F%2Fwww.bsr.de%2Fassets%2Fdownloads%2FBSR_Biogas_Experiment_2016.pdf&usg=AOvVaw3wnTVdpshn3xEEjvfQax20 [7.12.18].


Über weitere geplante Projekte informieren wir vorab im Newsletter des Fördervereins. Vergangene Aktivitäten könnt Ihr regelmäßig hier auf dieser Seite einsehen.


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Eine kleine Auswahl spannender Themen aus dem vergangenen Schuljahr…